P e r m a k u l t u r   und   B i o d i v e r s i t ä t   – über eine nachweislich wirksame, 

jedoch in den Industriestaaten kaum verbreitete , artenschutzfördernde Landnutzungsform.

Beispiele der Wirksamkeit aus der versteppenden Landschaft Südwesteuropas.

Vortrag von Prof. Dr. Bernd Gerken in Bad Blankenburg*

K u r z f a s s u n g :

Permakultur wurde als Landschaft entfaltende, pflegende und sanierende Landnutzungsform von Bill Mollison und David Holmgren Ende des vergangenen Jahrhunderts begrifflich gefasst und methodisch beschrieben. Seither wurde sie von zahlreichen Autoren auf je eigene Weise und teilweise Jahre zuvor davon unabhängig unter anderer Bezeichnung entdeckt und praktiziert. An Namen seien hier u.v.a. genannt Whitefiled, Hart, Holgern – auch Fukuoka und in neurer Zeit sehr bekannt geworden der dynamische Salzburger Landbauer Sepp Holzer.

Alles deutet darauf hin, dass zahlreiche Naturvölker nach Methoden der Permakultur Landnutzung betreiben, ohne den Begriff oder gar Anleitungen dazu zu kennen. Permakultur zu treiben dürfte eine Eigenart des Menschen sein, also zu seinem „Ökoschema“ oder seiner „ökologischen Nische“ gehören (falls Mensch derlei „haben“).

Obwohl Permakultur vom Ansatz her Biodiversität integriert und ihre Methoden sie potenziell fördern, wird sie von den Ausführenden selten weitergehend betrachtet, also etwa durch Artenlisten wildlebender Pflanzen und Tiere belegt. Das liegt sicher daran, dass auch in Kreisen derart motivierend gärtnernder Mitmenschen Artenkenntnis selten ist – wer weiß schon,. dass in jeder größeren Stadtumgebung noch vor 50 bis 100 mehr als 100 Tagfalter-Arten siedelten und sogar den kleinsten Kinder ein alltäglicher Begriff und Objekt der Betrachtung waren! Welche/e Erwachsene/r kennt heute mehr als 5 bis 10 Tagfalter, mehr als 3-8 Pilze, wirklich   a l l e    heimischen Baumarten, also auch den Speierling oder die Flatterulme? – Artenkenntnis ist selten geworden und das hängt sicher auch damit zusammen, dass die persönliche Betroffenheit durch vitale Natur für Otto und Heidesuse Normalverbraucher arg reduziert wurde!

Am Beispiel des Haliotis-Projekts in Südportugal wird die dortige Praxis der Permakultur und ihre – seit über zehn Jahren dokumentierten Auswirkungen auf Flora und Fauna beschrieben. Das Dargelegte ist sinngemäß  auch auf den mitteleuropäischen Raum übertragbar – und durchaus ein Modell für die Besiedlung und Gartennutzungsformen in versteppenden Ländern, die sich ja mittlerweile in ganz Südeuropa aber auch auf anderen Kontinenten entfalten. Angemessenes gartenscharfen  dient Artenschutz und Biodiversität.

Permakultur ist der eine ganze Welt-Bevölkerung gesund ernährende Ansatz künftiger Landnutzung – darin kommen alle Pflanzen und Tiere zum natürlichen und auch Menschen-dienlichen Wirken zusammen – nur die artfremd „gehaltenen“ „Haustiere“ haben darin keinen Platz, wir brauchen sie nicht mehr! Merke: hier geht es nicht um vegan, vegetarisch oder eine andere scheinbar spezielle Ernährungsform – es geht um künftiges Leben für alle Menschen!

Die Aussagen dieses Beitrags widersprechen auch der mittlerweile über Jahrzehnte verbreiteten Auffassung, unsere globalen Umwelt- und Ressourcen-Probleme seien vor allem infolge des Bevölkerungwachstums entstanden. Es wird ja oft argumentiert, wir „müssten deshalb Gift anwenden, um die Nahrung für die Menschen zu schützen“ – es gelte „Schädlinge zu beseitigen“ … . Aber wovor denn schützen? Letztlich vor der Natur, denn alle Schädlinge sind ursprünglich – wie  alle anderen Lebewesen auf dieser Erde auch – aus einem Wechselspiel letztlich kooperativer natürlicher Kräfte entstanden! Aus insgesamt recht wenigen Arten dieser globalen Formenvielfalt wurden die „Schädlinge“  erst zu solchen durch ungeschicktes Handeln des Menschen gemacht. Als ein Beispiel wird der inzwischen berühmt-berüchtigte Palmenrüssler betrachtet.

Herzlich willkommen zur Tagung, die seit vielen Jahren ein Highlight in der

Tagungslandschaft Europas ist (und das im kleinen Thüringen!) – und zu diesem Vortrag!

Natürlich bietet der Vortrag und die anschließende Aussprache auch eine gute Möglichkeit, mehr über das Praktikum zu Haliotis´ Permakultur im Februar 215 zu erfahren! Siehe hierzu den gleichnamigen Beitrag in diesem blog!

Dauer des Vortrag 40´, er findet am 16.1., Sonntag-früh-vormittag in der Tagungssession ab 8h30 statt.

*  Zur Tagung führt der link  http://www.ag-artenschutz.de/tagungen.htm

  • 3. Internationale Naturschutztagung „Zoologischer und botanischer Artenschutz in Mitteleuropa“ 14.-16. November 2014 (Bad Blankenburg / Thüringen)
    Thür. Landessportschule, Begin: 14.30 Uhr, Tagungsgebühr: 40,00 Euro

Programmhttp://www.ag-artenschutz.de/de/tagungen/prog_artschutz_2014.pdf   Anmeldung

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